Informationen  zur  Kostenkontrolle

 

1. Keine ausreichende Unterstützung durch einen Architekten

Heute hört man allzu oft, dass ein Bauherr seinen Architekten nur mit einem Bruchteil des HOAI-Honorars entlohnt hat. Bei näherem Hinsehen hat sich die Architektentätigkeit auf die Erstellung des Genehmigungsantrages und die Abstimmung mit dem Statiker beschränkt. Die vermeintlich eingesparten Kosten für die vom Architekten nicht erbrachten Leistungen wie Detailplanung, Ausschreibung, Bauleitung und Überwachung entpuppen sich leider oft als Bumerang. Wenn die Detailplanung und die Koordinierungsfunktion des Architekten nicht erbracht werden, hakt es oft an allen Ecken und Enden und es kommt zu Mehrkosten.

 

2. Überzogenes Raumprogramm

Viele Häuser werden zu groß geplant und gebaut. Das neue Haus in der wirklich benötigten Größe zu bauen ist der erste und sicher effektivste Schritt zu einem kostenoptimierten Objekt. Ob neu geschaffene Räumlichkeiten wohnlich sind, ist nur in den seltensten Fällen eine Frage der realisierten Flächen. Es gibt sehr große Räume, die schlecht möblierbar, schlecht beheizbar, hellhörig, kurz ungemütlich sind. Andere Räume, deutlich kleiner an Fläche, weisen keinen der genannten Nachteile auf. Große Wohnhallen, vor zwanzig Jahren noch groß in Mode, werden heute kaum noch vorgesehen. Kleinere, verwinkelte Räume mit durchdachter Möblierbarkeit sind zumeist viel gemütlicher und preiswerter.

 

3. Kein Vergleich der Ausführungsalternativen 

Viele Bauherren legen sich bezüglich der eingesetzten Materialien, der verwandten Konstruktionsweisen und der eingesetzten Energieversorgung zu früh fest. Die kostenoptimale Entscheidung kann eigentlich nur nach Abwägung der objektspezifischen Einflüsse getroffen werden:
   ? In welcher Region wird gebaut?
  
? Welche Energien stehen zur Verfügung?
  
? Sind Eigenleistungen geplant?
  
? Welche Oberbeläge werden bevorzugt?
All diese Fragen sollten mit dem Architekten diskutiert werden. Der Architekt sollte dann Vor- und Nachteile sowie die Kosten der denkbaren Alternativen nennen. Erst dann können die erforderlichen Entscheidungen wirklich fundiert getroffen werden.

 

4. Keine detaillierte Kostenplanung

Oft kennt der Bauherr die Kosten seines Hauses nur in Form einer Bausumme, die über den umbauten Rauminhalt des Objektes aus Erfahrungswerten überschlagen wurde. Selbst wenn diese Erfahrungswerte am Ende einigermaßen zutreffen, ist das zu wenig, um eine effektive Kostenkontrolle durchzuführen. Das A und 0 jeder Kostensteuerung - Kostenüberschreitungen kompensieren - ist die vorlaufende Kostenkontrolle. Doch was soll kontrolliert werden, wenn nur die Gesamtkostensumme bekannt ist. Eine Überschreitung dieser Kostensumme kann erst gegen Ende der Maßnahme erkannt werden. Dann ist zumeist nichts mehr gegenzusteuern. Ein dankbares Einsatzgebiet für den heimischen Personal Computer ist die Durchführung einer effektiven Kostenplanung und Kostenkontrolle durch den Bauherren.

 

5. Ausführungsdetails nicht ausreichend durchgeplant

Wenn ein Gebäude allein auf Basis der 1:100 Genehmigungsplanung - was oft genug vorkommt - errichtet wird, kommt es sehr häufig zu Änderungen, deren Notwendigkeit erst auf der Baustelle erkannt wird. Auf ausreichend durchgearbeitete Detailpläne (z.B. für die Installationen) wird oft verzichtet. Viele Entscheidungen zu Ausführungsdetails werden dann Vor-Ort, während der Ausführung der Arbeiten, vom Handwerker getroffen, oft nicht einmal in Abstimmung mit einem übergeordnet agierenden Bauleiter. Die Entscheidungen mögen aus Sicht des Handwerkers oft sogar richtig sein, die Abstimmung auf die Belange von Parallel- oder Folgegewerken ist jedoch nicht sichergestellt. Mehrkosten sind oft die Folge.

durchzieht, werden oft Aufträge freihändig vergeben, also ohne Vergleichangebote, ohne schriftlichen Vertrag mit genau abgesprochenen Konditionen. Jeder Auftragnehmer, der diese Aufträge per Handschlag wegen der vermeintlichen Kostenersparnis anpreist, hat zumeist etwas zu verbergen. Tun Sie's nicht!

 

6. Keine detaillierte Leistungsbeschreibung

Der häufigste Grund für Nachforderungen durch Bauunternehmer und Handwerker ist die fehlende detaillierte Beschreibung der Lieferungen und Leistungen im Auftrag. Der Auftragnehmer findet laufend die Gelegenheit, Wünsche des Bauherren als Sonderwünsche hinzustellen, die über den bestellten Umfang hinausgehen. Auch wenn keine vollständige technische Ausführungsplanung vorliegt, sollte eine Auflistung wenigstens der hochwertigen Lieferteile mit Hersteller- und Typangaben als Anhang zum Handwerkerauftrag nicht fehlen.

 

7. Keine Vergleichsangebote und freihändige Auftragsvergaben

Niemand sollte im Rahmen seines Neubauvorhabens Aufträge an Handwerker vergeben, ohne wenigstens 3 Vergleichsangebote in Händen zu halten. Die Angebotswerte ein und desselben Lieferumfanges können ganz beträchtlich auseinander liegen. Dies kann verschiedene Gründe haben, wie z.B. Kalkulationsfehler, Kapazitätsauslastung beim Unternehmer, fehlender Auftragsbestand, unterschiedliche Materialqualitäten. Durch Vergleichsangebote kann man die Angemessenheit der Angebotspreise überprüfen und oft tausende Euros einsparen. Auch zu Freundschaftspreisen aus dem Bekanntenkreis sollten immer Vergleichsangebote eingeholt werden. Vielleicht ist der Freundschaftspreis gar nicht so günstig.
Gerade dann, wenn der Bauherr seinen Neubau ohne Hilfe eines Architekten durchzieht, werden oft Aufträge freihändig vergeben, also ohne Vergleichangebote, ohne schriftlichen Vertrag mit genau abgesprochenen Konditionen. Jeder Auftragnehmer, der diese Aufträge per Handschlag wegen der vermeintlichen Kostenersparnis anpreist, hat zumeist etwas zu verbergen. Tun Sie's nicht

 

8. Keine detaillierte Ablaufplanung

Terminverzögerungen führen in der Regel auch zu Mehrkosten. Um das Ineinandergreifen der einzelnen Gewerke übersehen zu können, ist es sehr hilfreich eine Ablaufplanung durchzuführen. In Form eines Balken- oder Netzplans werden die zeitlichen Abhängigkeiten zwischen den Gewerken mit ihren Vorbereitungs-, Durchführungs- und Trocknungszeiten erkannt und können besser abgestimmt werden. Man weiß bereits im Vorfeld wo es eng werden kann und wo man besonders hinschauen muss, um z.B. Wartezeiten zu vermeiden.

 

9. Keine detaillierte Kostenkontrolle und Kostensteuerung

Das A und 0 für eine kostenoptimierte Projektabwicklung ist eine beharrliche Kostenkontrolle. Nur wenn Kostenüberschreitungen frühzeitig erkannt werden, können noch Gegenmaßnahmen eingeleitet und das Kostenziel doch noch erreicht werden. Es ist eminent wichtig, alle auflaufenden Kosten den detailliert vorliegenden Plankosten zeitnah und korrekt zugeordnet gegenüberzustellen. Bei eiserner Kostendisziplin können durch eine effektive Kostenkontrolle und Kostensteuerung die Kosten einer Baumaßnahme auch gezielt gesenkt werden.

 

10. Zu wenig Baukontrollen und Mängelrügen

Baumängel lassen sich nie ganz vermeiden. Ein Baumangel, der sofort erkannt und fachmännisch behoben wird, bringt keine Folgeprobleme. Um dies zu erreichen, ist eine laufende, intensive Baustellenüberwachung zwingend notwendig, am besten täglich. Oft wird dies nicht konsequent umgesetzt. Das führt dann zu Mängelrügen bei der Abnahme der fertigen Gewerke oder gar des fertig gestellten Objekts oder aber Mängel werden erst gar nicht erkannt. Die Probleme sind zu diesem späten Zeitpunkt kosten- und zeitmäßig für alle Beteiligten viel schwieriger zu beseitigen.